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Westerweide

Das Gewerbegebiet Westerweide

von Heiner Knährich

Schon mit Beginn der Strukturkrise im Ruhrbergbau und vor der Schließung der Letzten großen Zeche in Herbede, der Schachtanlage Herbede, und der damit für Herbede sehr empfindlichen Arbeitsplatzverluste von mehr als 1000 Stellen, war um das Jahr 1969 mit der Planung dieses Industriegebietes zwischen Autobahn und Drosselweg unterhalb des Kämpen begonnen worden.

Das Gebiet war zu der Zeit landwirtschaftlich genutzt und dort, wo heute die Firma Holzland Wischmann steht, durchzog ein tiefer Siepen die Landschaft. Bei der Umwandlung der Landwirtschaftsfläche stieß man bei der Fa. U. Hofmann auf historische Feuerstellen, die belegen, dass diese Landschaft auch schon in vorzeitlicher und mittelaterlicher Zeit von Menschen genutzt wurde.

Seinen Namen trägt das Gewerbegebiet nach dem Hof, der neben der Landwirtschaft Därmann den größten Anteil an Land verkaufte: die beiden Höfe Große Weste (Wilhelmi) und Kleine Weste (Fränken). Aber auch der Verkäufer Därmann ist jetzt mit einem Straßennamen in der neuen Fläche vertreten: Därmannsbusch.

Die ersten Firmen zogen 1972 in die Westerweide, zu ihnen gehörten die Baufirma U. Hofmann (früher Langensiepen an der heutigen Rautertstraße), Fa. Nähle, Industriewäscherei für die Bundeswehr und den Bergbau, Fa. Klaus Rüsberg, ausgelagert vom Bahnhof Herbede, Hersteller von Messern für Fräsen, und die Fa. Gartengeräte Brill.
Heute befinden sich auf dem 140.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiet ca. 40 Firmen mit einem Arbeitsplatzangebot von nahezu 450 Stellen, in ihnen spiegeln sich Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen wider. So bunt wie die Palette der Firmen, so bunt ist auch das Gewerbegebiet in seiner Attraktivität: Autobahnnähe zur A 43 und einer später eingebauten Anschlussstelle Herbede, vorbildliche verkehrsmäßige Erschließung, Wohnen und Arbeiten zugleich und das in grüner Umgebung, denn die Westerweide ist umgeben von Waldzonen, Feldern und Wiesen. Dass der Wohnwert hier recht hoch ist, liegt sicher auch daran, dass es weder rauchende Schlote noch laute Hämmer oder unübersehbare Industriekomplexe zu finden gibt. Die Attraktivität wird aber auch bestimmt durch konservative und moderne Bauweisen, durch Parkzonen und Grünflächen, durch Branchenvielfalt und Tiefe des jeweiligen Angebots.

Neben den Firmen in der Westerweide, die überregionalen Charakter besitzen wie etwa Hydropa, Schöler, Pröpper, Boesner oder Brill, hat gerade diese Eigenart der Westerweide für Beispielcharakter über die Grenzen Wittens hinaus gesorgt: die gelungene Verbindung von Arbeiten, Wohnen und Sicherholen in einem der ältesten Gewerbegebiete der Stadt, dem Gewerbegebiet Westerweide im Grünen.

Eine andere Erwartung hat die Westerweide wohl nicht ganz erfüllt: Das Heranziehen und Bereitstellen vieler neuer, nicht verlagerter Arbeitsplätze, denn ursprünglich war ja der Verlust der beiden Zechen in Herbede der Motor für die Überlegungen zur Westerweide gewesen.
Aus heutiger Sicht darf man dennoch feststellen: Der Industriestandort Herbede mit den herausragenden Firmen Lohmann Edelstähle, Ruhrtaler Gesenkschmiede, Federnfabrik Dittmann und Neuhaus – Luhn und Pulvemacher u. a. bestehen immer noch und blickt zukunftsorientiert nach vorne. Ihm zur Seite stehen die attraktive Autobahnnähe mit schnell zu erreichenden Verteilerkreuzen und das große grünblaue Erholungsgebiet des Kemnader Stausees, das sommertags Scharen von Erholungssuchenden aus nah und fern anzieht, denn so gut wie alle Sparten der Freizeitgestaltung sind hier im Laufe der Zeit möglich geworden.

Fast möchte man hinzufügen: auch das Gewerbegebiet Westerweide ist einen Spaziergang wert, denn hier bekommt man viel zu sehen.

 

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